Scooterist Meltdown 2019

Zum siebten Mal bereits fand der Scooterist Meltdown an der deutsch-holländischen Grenze statt. Heuer trafen sich 1.500 Schaltrollerenthusiasten aus ganz Europa, um ihre Untersätze zu zeigen, ihre Produkte zu präsentieren, alte sowie neue Teile zu erstehen, zu feiern, zu staunen - kurz: um ihre Passion zu zelebrieren.

Rückblick 1986: Der "Schnelle Brüter" aus Kalkar erlangte nie seinen eigentlichen Bestimmungszweck. Nach Massenprotesten wurde das gerade erst fertiggestellte Atomkraftwerk an einen holländischen Investor verkauft, der es in einen Ferienpark mit Hotels, Restaurants, Clubs sowie Bars verwandelte und Kernwasserwunderland taufte. 2013 zündeten die Organisatoren Spirit of 84 Scooterists dort ihre erste "Kernschmelze". Das Konzept des Scooterist Meltdown: Ein All-Inclusive Wochenende mit Custom Show, Händlermeile, verschiedenen Party-Locations mit internationalen DJs und Live-Bands, inklusive der Hotelübernachtungen, allen Getränken (selbst Cocktails) sowie allen Speisen zur Flat Rate von 219 Euro. Übrigens: Wer ausschließlich die Tagesveranstaltung oder die Parties besuchen möchte, ist ebenfalls willkommen.

# EIN ALL-INCLUSIVE WOCHENENDE MIT CUSTOM SHOW

Die Highlights dieses Jahres kündigten sich schon im Vorfeld an. Vier offenbar nicht ganz zurechnungsfähige Lambrettisti starteten aus Rimini, um mit ihren Mofa-ähnlichen Vegas bei -10° die Alpen zu überqueren. Dahinter stand ein Härtetest des Rimini Lambretta Centres für seine neue Vega-Produktpalette. Die Aufgabe wurde trotz einiger glättebedingter Stürze heldenhaft gemeistert, die Piloten schafften es (fast) pannenfrei nach Kalkar. An dieser Stelle sollten wir Markus Andre Mayer erwähnen. Kürzlich verbrachte der nämlich noch einige Wochen mehr im Sattel. Auf der auf der Bühne erzählte er einer staunenden Masse, wie er auf seinen 125er Schalt-Vespen in 80 (bzw. 77) Tagen die Welt umrundete (mehr dazu auf la-vida-vespa.com). Stehende Ovationen wurden ihm zuteil, und zwar von einem Publikum, das diese Anstrengungen zu schätzen weiß - sind viele doch selbst auf zehn Zoll angereist. Hauptsächlich aus dem Vereinigten Königreich, aber auch aus allen Ecken Europas, wie Tschechien, Skandinavien, Benelux und so weiter.

Überhaupt ist dieses Event seit jeher international: Vom Mittelmeer zum Nordkap, von der Donau zum Atlantik versammelt sich die europäische Rollergemeinde auf dem Meltdown zum Familientreffen. Dazu gehören auch private und gewerbliche Aussteller. Natürlich mischte auch Österreich wieder kräftig mit: Der Scomadi-Importeur (für A & D) Sqooter präsentierte beispielsweise den Prototypen des neuen 450er Schaltroller-Modells, das voraussichtlich Ende des Jahres auf den Markt kommen soll. Und die Jungs von Onkel Mikes Garage zeigten hochwertige Schrauber-Produkte zum ausgezeichneten Preis-Leistungsverhältnis. Außerdem ging ein Pokal ins Alpenland: Mit seinem Vespa-Chopper holte Klaus Kübeck den zweiten Platz in der Kategorie "Best Engineering" nach Hause.

Überhaupt ist das Ausstellerfeld stets bunt gemischt. Vom dekorativen Häkel-Pimmel bis zum 55+ PS Vespa-Aggregat aus der Kiste war wieder alles dabei. Gebraucht- und Vintage-Händler boten Rares für Bares, Vollsortimenter wie SIP oder Scooter Center zeigten Neuheiten, Rennteams präsentierten Fahrzeuge und Rennserien, Clubs bewarben ihre Treffen und Tuner sowie Spezialisten boten Einblicke in innovative Technik, die man vor 10 Jahren noch für unmöglich hielt: komplette Motorenkonzepte mit bis zu 400 Kubik oder 70 PS, gegossene oder CNC-gefertigte Gehäuse, elektronische Einspritzanlagen - das Wettrüsten im Schaltrollersegment scheint unaufhaltsam. Das spiegelte sich übrigens auch bei den Prüfstandsläufen wider: So ging zum Beispiel der Pokal für Vespa Large Frame an eine privat umgebaute Cosa mit Ducati-Einspritzung und 53 PS. Höchstleistung des Tages waren 65 PS in einer Large Frame - allerdings ohne Wertung , da mit dem neuen BFA-Komplettmotor erzielt.

Sogar die Custom Show bot erneut Innovatives aus privater Schrauberhand. So hatte beispielsweise der Hamburger Mark Albrecht mit seiner Small Frame "969 Flash" ein absolutes Novum am Start: eine Leucht-Lackierung mit changierenden Farben, die sich per Knopfdruck wie eine Lampe an- und ausschalten - und, nein, das ist kein Aprilscherz!

Keine Frage, daß die Besucher nach dieser Reizüberflutung etwas Entspannung suchten, die sie auf den Nightern ausreichend vorfanden. Fünf verschiedene Locations, drei Live-Bands aus England sowie ausreichend feste und flüssige Verpflegung rundeten dieses Wochenende ab. Ob es gelungen war? Wollen wir es mal so ausdrücken: Wer einmal dort war, kommt garantiert wieder. Und hier liegt auch das Problem: Die Hotels des Kernwasserwunderlands sind mittlerweile voll ausgebucht, man sollte also früh reservieren.

Weitere Infos zum Programm, zur Anmeldung für die Custom Show oder die Händlermeile sowie zu Buchungen etc. findet ihr auf www.scooterist-meltdown.de. Man sieht sich um halb an der Bar!

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