Vespa Sprint„PepperMint“

Jetzt habe ich es schon wieder getan. Einen Vespa-Umbau, von dem alle gesagt haben, das geht nie. Aber da gibt es den Spruch „Alle sagten, das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht und hat’s einfach gemacht!“. Der eine, das war ich.

Und wer die GTS-Szene ein wenig verfolgt, der kennt mich schon – ich bin der mit der 30,5 PS starken 300er GTS, der „Pope“.

Nach dem erfolgreichen GTS-Tuning war ich auf der Suche nach einem neuen Projekt für die „Päpsteburg“, mein Zuhause und meine Werk- und Wirkungsstätte. Die Idee dafür hat eigentlich schon angefangen, als die Vespa Sprint neu auf den Markt gekommen ist. Mich hat die Form der Karosserie gleich irrsinnig angesprochen – aber leider gab es diese Vespa damals nur bis zur 125er und ohne vernünftiges Motortuning. Langweilig also. Schritt eins – ich habe mich auf die Suche nach einem geeigneten Sprint-Rahmen gemacht. Das war vor ca. zwei Jahren. Gar nicht so einfach! Es hat sich gezeigt, dass Beziehungen in der Szene Gold wert sind - Lukas Walchhütter von Faber hat mich unterstützt und der erste Schritt war getan. Nächster Schritt – ein GTS 300 Unfallfahrzeug finden, aber halt kein Totalschaden. Nadel im Heuhaufen quasi. Entweder passt er Preis, aber es ist zu viel kaputt für dieses Projekt oder die GTS passt, aber der Preis nicht. Es hat zwar einige Zeit gedauert, aber schließlich habe ich eine passende gefunden und los ging‘s. Ich habe mir das ganz leicht vorgestellt: Motor aus der GTS raus und rein in den schmalen Rahmen. Muss ja gehen, oder? Nun - mein Ziel war es aber, den Rahmen nicht zu verändern. Und man sollte auf keinen Fall auf den ersten Blick sehen, welches Aggregat in diesem Rahmen steckt. Das muss „sickern“, wenn man mein Fahrzeug anschaut – dann ist der „Wow-Effekt“ größer. Ich habe den Motor gefühlt tausendmal hinein und wieder hinausgeschoben, bis ich endlich die richtige Position gefunden hatte – und natürlich musste ich dann noch die Motoraufhängung in der Länge anpassen und verstärken. Wie gesagt – Beziehungen sind Gold wert. Dank eines geprüften Schweißers unter meinen Kollegen konnte ich das genauso umsetzen (inklusive Prüfung der Schweißnähte) und Tadaaa - die neue Motoraufhängung für den Motor und den Rahmen war geschaffen.

Dann war schnell die Pulverbeschichtung noch zu erledigen und endlich wurde der erste Meilenstein erreicht und gefeiert: die „Hochzeit“ konnte zum ersten Mal vollzogen werden. Große Freude!

So, nächste Hürde: die Kühlung. Wohin mit den Kühlern, Lüftern und den Schläuchen? Und natürlich galt immer noch der Anspruch, optisch am Originalrahmen der Vespa Sprint zu bleiben. Ganz ehrlich, das war eine Riesen-Herausforderung und in dieser Phase habe ich mir nicht nur einmal gedacht, ich lasse es und baue lieber die GTS 300 wieder auf. Aber – langweilig. Haben schon viele vor mir gemacht. Ich wollte ja etwas Einzigartiges schaffen. Also bin ich drangeblieben. Das Verankern der Kühler war vergleichsweise die leichtere Übung – mit Geduld und Ideen konnte ich einen Plan zur guten Verankerung im Rahmen entwickeln. Nur war halt jetzt kein Platz mehr für die Lüfter. Problem? Nein. Herausforderung? Ja. Ich machte mich auf die Suche nach schmäleren Lüftern, die aber trotzdem die vorgeschriebene Leistung der Lüfter der 300er GTS haben. An alles habe ich gedacht. Lüfter für Computer zB hatte ich im Sinn und dann aber wieder verworfen, da leider zu schwach. Nach langem, langem Suchen bin ich fündig geworden: Es gibt einen passenden, schmalen Motorradlüfter, den ich verwenden konnte.

Weil ich aber auf Nummer Sicher gehen wollte und der Platz ausreichend war, habe ich gleich zwei verbaut.

Jetzt ist es dahin gegangen: Lüftungslöcher in den Rahmen bohren, dass Gepäckfach der Sprint ausräumen, Lüftungsschlitze bzw. Öffnungen vorsehen und Platz schaffen für Kühler und Lüfter. Was noch fehlte, war das Einpassen der Kühlerschläuche und der Ausgleichsbehälter – und immer noch an der Idee festhaltend, den Originalrahmen nicht zu verändern. Mit den Ausgleichsbehältern war es ähnlich wie mit den Lüftern – ich musste auch diese in kleinerer Ausführung finden und an die Gegebenheiten anpassen. Gelungen? Natürlich!

Nächster Schritt – Motor und Leistung.

Die Ausbau-Stufe die ich beim meiner GTS 300 habe, ist mir einfach zu viel für diesen Rahmen gewesen. Der Plan also: Ich baue einen Motor mit etwas weniger, aber immer noch RICHTIG satt Leistung. Tuningkit MALOSSI 282 ccm, Malossi V4 Zylinderkopf und Polini Nockenwelle musste es also trotzdem sein. Der V4 Kopf wurde noch bearbeitet und der Ansaugtrakt mit einem K&N Luftfilter sowie einem Luftfiltertrichter versehen. Außerdem hat der schwarz beschichtete Motor noch einige Verschönerungsteile wie z.B. Kühlmittelpumpenabdeckung vom BGM.

Fazit: Der Motor hat aktuell eine Leistung von 24,5 PS am Hinterrad (gemessen am Dino Jet, Messung der STC Group Otto Leirer). Nicht schlecht für eine Sprint, oder?

Zufrieden war ich immer noch nicht – es fehlte noch der Antrieb, den ich natürlich an die Leistung anpassen wollte. Malossi Variomatik, Antriebsriemen Malossi, Kupplung und Kupplungsglocke von Malossi sowie der Torque driver von Malossi sind in meiner Sprint/ GTS verbaut. Jetzt sollte sie nicht nur „innere Werte“ haben – ich wollte natürlich auch äußerlich eine Schönheit daraus machen. Und keine dezente, sondern eine, die man sich merkt. Als Farbe habe ich mich letztlich für das Mintgrün von Porsche im Mix mit Tiefschwarz entschieden, natürlich Voll-Lackierung inklusive 13-Zoll-Felgen (übrigens von der Firma Ertl KFZ Technik und Lackierungen großartig umgesetzt). Das Schwierigste kommt bekanntlich zum Schluss – die Schöne braucht natürlich auch noch das entsprechende Outfit für ihren großen Auftritt: Das Fahrwerk kommt aus dem Hause „Zelioni“ für vorne und hinten. Bremsscheiben? Welche Frage – natürlich meine eigenen, von mir designten und gefertigten. Was sonst? Durchmesser vorne ist 260mm und hinten 225mm. Die Bremssättel stammen von Frando: hochwertigste vorgefräste Vierkolbenbremssättel vorne und Zweikolbenbremssättel hinten. Die Adapter für die Montage sind wiederum „made by Pope“ – auch die habe ich selbst entwickelt und gefertigt. Bei diesen Teilen verwende ich nur Aluminium 7057, weil es die passende Festigkeit hat. Alle verbauten Aluminiumteile wurden mit einer Eloxalschicht überzogen. An der Vorderachse musste beim Verbauen der Bremsanlage wieder einiges angepasst werden: Die Gabel stammt von der Vespa Sprint, die Radnabe von der 300er GTS und die Stoßdämpferaufnahme ebenfalls von der Vespa Sprint, allerdings geht das nur ab Baujahr 2016. An der Hinterachse war es kein Problem, diese Bremsanlage zu verbauen. Letzter Akt: Alle mittlerweile lackierten Teile wieder zusammenbauen, alles wieder an die richtige Stelle bringen, dabei den Kabelbaum der GTS ordentlich unterbringen und einige Sachen kürzen oder verlängern, wie z.B. den Spannungsregler der jetzt im hinteren Bereich des Rahmens sitzt und nicht so wie bei der GTS über den Kühlern.

Außerdem habe ich mich dann für den SIP Tacho der Vespa Sprint entschieden. Klingt einfach, ist aber keine kleine Herausforderung. Den GTS Kabelbaum an den SIP Tacho anzupassen war für mich als Maschinenbauer kein kleiner Spaziergang. Größte Herausforderung: die Wassertemperaturanzeige im Tacho, die gibt es normalerweise bei der Vespa Sprint nicht. Wie habe ich das gemacht? Aus heutiger Sicht ganz einfach: Ein KOSO Fühler ist zum Wasserkreislauf dazugekommen und die Öltemperaturanzeige wurde in die Tachoblende von Zelioni inkl. KOSO Anzeige verfrachtet. Den Abschluss der Tachogeschichte macht nur die Tachoblende von Zelioni. Klingt einfach, war aber ganz schön tricky.

Außerdem habe ich mich dann für den SIP Tacho der Vespa Sprint entschieden. Klingt einfach, ist aber keine kleine Herausforderung. Den GTS Kabelbaum an den SIP Tacho anzupassen war für mich als Maschinenbauer kein kleiner Spaziergang. Größte Herausforderung: die Wassertemperaturanzeige im Tacho, die gibt es normalerweise bei der Vespa Sprint nicht. Wie habe ich das gemacht? Aus heutiger Sicht ganz einfach: Ein KOSO Fühler ist zum Wasserkreislauf dazugekommen und die Öltemperaturanzeige wurde in die Tachoblende von Zelioni inkl. KOSO Anzeige verfrachtet. Den Abschluss der Tachogeschichte macht nur die Tachoblende von Zelioni. Klingt einfach, war aber ganz schön tricky.

Wer glaubt, das war es schon, der kennt mich nicht gut. Spiegel ist nicht gleich Spiegel! Das muss schon richtig fetzen! Ich wollte für meine Schöne etwas ganz neues schaffen und habe daher aus zwei bestehenden Rizoma Spiegelsystemen ein System entwickelt, die Spiegel sind nunmehr unter dem Lenker und an der Befestigung des Windschildes montiert. Und ja – NATÜRLICH habe ich schon vorab die Löcher der Orginalspiegelaufnahme an der Lenkerverkleidung schließen und ebenso wie den Scheinwerferrahmen schwarz lackiert. Blinker und Rücklicht stammen vom SIP Scootershop mit LED Technik, was sonst, und die Sitzbank ist eine großartige Sonderanfertigung. So ein Projekt geht nicht ohne Unterstützung, Rat und tatkräftige Hilfe. Danke daher an meine Frau Claudia für’s unermüdliche Zuhören und Designs auswählen, bei Siegfried Prugger von Siegis Garage in Weiz für die Unterstützung beim Organisieren und Besorgen der Teile, bei Wolfgang Ertl von Ertl KFZ Technik und Lackierungen für die professionellsten Lackierarbeiten und last but not least bei Otto Leier von STC Group für die Abstimmung des Motors.

Motor:

Malossi 282 ccm
Malossi V4 Kopf bearbeitet
Polini Nockenwelle inkl. Nockenwellenfedern und geänderten Kipphebeln
Malossi Variomatik
Malossi Kupplung inkl. Kupplungsglocke
Malossi torque driver
Mapping und Motorabstimmung – STC Group Leirer Otto

Fahrwerk:

Zelioni vorne und hinten

Felgen / Reifen:

Piaggio MP3 Sport, 13 Zoll, bearbeitet
Reifen: Maxxis M6029 – 120/60/12

Bremsen:

Vorne: Bremsscheibe freischwimmend 260x5 mm
Bremssattel Frando F101 Racing F101 – CNC 4 Piston Caliper
inkl. Atapter
Hinten: Bremsscheibe freischwimmend 225x5 mm
Bremssattel Frando – CNC 2 Piston Caliper inkl. Atapter

Anbauteile:

Tacho SIP Scootercenter inkl. Tachoring Zelioni
Griffe von Rizoma
Spiegel Rizoma Eigenbau
Blinker LED von SIP Scootercenter
Rücklicht LED von SIP Scootercenter
Fussrasten von Zelioni

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