WER LIEBT DER SCHIEBT
ENTHÄLT KOSTENLOSE WERBUNG

WER LIEBT DER SCHIEBT

Ciao Ragazzi,
ich bin Raphael, 30 Jahre alt und Gründer von „Wer liebt der schiebt“, einer kleinen, aber mit viel Amore geführten Vespa-Vermietung mit Tourenangeboten.

Aus meiner unmittelbaren Umgebung bekomme ich immer viele Fragen über diese eher ungewöhnliche Geschäftsidee gestellt: „Wie kommt man eigentlich dazu, so altes Blech zu vermieten? Ist das überhaupt rentabel? Die raucht ganz schön und da geht doch ständig was kaputt.“

Also, wie kommt man eigentlich dazu?  Im Jahr 2006 hatte ich mir eine Vespa V50 von 1966 für 900 Euro gekauft. Diese lief leider nur genau zwei Monate, bis sie wortwörtlich auseinander fiel. Bei voller Fahrt fiel mir der Auspuff ab auf Höhe der Bushaltestelle vor einer Mädchenrealschule. Unter großem Gelächter der Girls fing ich an, den Kübel zu schieben. „Che cazzo“, dachte´ ich mir, „der Blechhaufen muss überarbeitet werden, sonst klappt das mit dem Beeindrucken der Mädels nicht.“

So nahm ich meinen ganzen Mut zusammen und sprach die älteren Vespa-Fahrer an. Nicht so leicht, als cooler 16- Jähriger einen Schritt auf die älteren Vespa- Fahrer zuzugehen, mit ihren tiefen männlichen Stimmen, viel Bart, die Kippe stets im Mundwinkel geklemmt, um sie um Hilfe zu fragen. So ein Naturell, später ein sehr guter Freund von mir, nahm mich unter seine Fittiche. Er baute zu diesem Zeitpunkt gerade sein Dach aus und brauchte noch Hilfe, die kratzige Wolle zu verlegen. Da kam ich ihm wohl gerade recht. So half ich ihm beim Dachdämmen und er mir im Gegenzug beim Motor revidieren, das war unser Deal. Nach ein paar Wochenenden und vielen Strichen auf meiner Fails-Liste, die all meine Wissensdefizite als junger Vespaschrauber festhielt (zehn Fehler = ein Kasten Bier ) war der Motor fertig.

WER LIEBT DER SCHIEBT

Weiter ging es mit der Karosse, welche sandgestrahlt, gespachtelt und mit einer ganz besonderen Farbe lackiert werden sollte. Über meinen Schulmeister lernte ich ein weiteres Vespa- Naturell kennen. Dieser mittlerweile ebenso gute Freund hatte ein geballtes Vespatechnik- Wissen, das in der Zeit auf mich einprasselte wie Hagelkörner auf ein Autodach. Ich versuchte alles wie ein Schwamm aufzusaugen, allerdings habe ich noch sehr gut in Erinnerung, dass ich ihm nicht immer folgen konnte. Auf jeden Fall kam ich durch diesen Freund zu einem außergewöhnlichen Lack, von dem heute sogar noch manche Vespistis glauben, es sei ein O-lack. Ein übrig gebliebener Lack für Baustellenfahrzeuge diente als Grundton. So wurde das Baustellenorange mit einem Kleks „Ferrari Rosso“ gemischt, das ein Freund noch in seinem Farbensammelsurium als Restfarbe übrig hatte, alles auf gut Glück durchgeschüttelt und fertig war die Farbe auf O-Lack- Niveau.

Dem ersten unvergesslichen Vespa-Projekt folgten unzählige weitere. Es wurde zu meiner Passion, zu zerlegen, zu schrauben, zu revidieren, zu flexen, zu spachteln, zu lackieren. Vespaduft, die Form der Vespa, der Sound der Motoren. Es ist mein absoluter Ausgleich, auch wenn es mich ab und an fuchsteufelswild macht, wenn ich mal wieder nicht weiß, woran es liegt, dass die Vespa nicht läuft. Der Austausch und Diskussionen mit anderen Schraubern oder eine kleine Pause bringen mich dann wieder weiter.

WER LIEBT DER SCHIEBT

Auf die Idee, die Vespas zu vermieten, brachte mich meine Familie auf der Vatertagstour 2020. Diese führte über den schönen Gäuboden entlang der Donau bis zum Bogenberg. Sie kam bei den Vespa- Laien sehr gut an. Überall lachten und winkten uns die Leute zu. Alle Beteiligten konnten sich vorstellen, sich des Öfteren eine Vespa auszuleihen. Manch einer zieht das Mieten einem Kauf vor.

So begann ich mit der Verwirklichung des Projekts durch Fotoshootings, Homepagegestaltung, Gewerbeanmeldung, Versicherungsabschlüssen und Papierkram aller Art. Meine Frau war für die Namensfindung verantwortlich und taufte die Vermietung auf den Namen „Wer liebt der schiebt“. Liebend und schiebend hatte sie mich kennengelernt. Bereits im Juli war dann alles unter Dach und Fach, nach kurzer Zeit waren so gut wie jedes Wochenende bis in den Oktober hinein Buchungen zu vermerken. Bald klopften die erste lokale Zeitung an der Tür und gleich darauf die zweite. Mit den Zeitungsartikeln stieg auch die Nachfrage an Gutscheinen.

WER LIEBT DER SCHIEBT

Vor jeder Fahrt bekommt man von mir eine 10 minütige Fahreinweisung. Erst wenn sich Fahrer, Vespa und ich sich sicher fühlen, kann es losgehen. Im Juni 2020 wurden alle Mietvespen vom TÜV gecheckt und bekamen die deutsche Betriebserlaubnis.  Alle Mietausfahrten liefen bisher problemlos. FahrerInnen im Alter von 25-70 Jahren waren schon mit dabei und hatten einen Riesenspaß. Nur einmal ist ein Gangseil gerissen. Hier konnte der Fahrer mit Geschick noch den 2&3 Gang betätigen, sodass nur das Anfahren etwas gedauert hat. Bei einer weiteren Ausfahrt ist ein Hupenknopf steckengeblieben, das wurde von mir umgehend repariert.

Mein Versprechen an alle Mieter ist:

Sollte mal was sein, bin ich innerhalb kurzer Zeit mit einer Austauschvespa/Reperaturset vor Ort. Aber das macht eben eine Vespaausfahrt so authentisch.

[werliebtderschiebt.de]



Copyright © Alle Fotos sind Eigentum der jeweiligen Hersteller.