VESPA SPRINT VELOCE

VESPA SPRINT VELOCE

VESPA SPRINT VELOCE

Posted on April 15, 2021 by Heiko Ruepp

Damit meine PX nicht so alleine ist und ich noch etwas gemütlicheres zum Touren habe, entschloss ich mich, Ausschau nach einem Oldie zu halten. Infrage kamen Sprint, Sprint Veloce, TS, GT,... Geworden ist es dann letztendlich eine Veloce, Baujahr 1974, die einen PX alt Motor mit 200 ccm und 12 PS eingetragen hatte. Bei der Besichtigung sind mir schon zwei Roststellen am Trittbrett aufgefallen, die aber nicht wirklich furchterregend ausgeschaut haben . So beschloss ich erst einmal, den Herbst 2019 noch zu genießen, um noch ein paar Kilometer mit ihr zu fahren. Unter anderem war eine Tour mit über 400 Kilometern dabei, die uns über das Hahntennjoch und 8 weitere Pässe führte. Das alles hat sie ohne Probleme mitgemacht. In Summe waren es dann in knapp drei Monaten fast 3000 Kilometer, die ich noch mit ihr gefahren bin.

VESPA SPRINT VELOCE

Ende Oktober 2019 hab ich dann den Motor ausgebaut, gereinigt und auseinandergebaut. Mit diesem und sämtlichen Neuteilen bin ich zu einem guten Kumpel gefahren und habe mit ihm zusammen (er hat natürlich mehr gemacht 😉) den Motor komplett neu aufgebaut. Während Michael gefräst , ausgemessen und Lager eingpresst hat, habe ich Kleinigkeiten gemacht, wo nichts schiefgehen kann. . Wert wurde darauf gelegt, dass es ein kraftvoller Tourenmotor werden soll. Dann wurde es kälter und ich habe begonnen, mir die beiden besagten Roststellen mal etwas genauer anzuschauen. Beim Freilegen stellte sich dann heraus, dass das kleine Loch ein sehr großes Loch ist und schön mit Spachtelmasse zugeschmiert wurde. Der Schock saß tief und die Laune war auf dem Nullpunkt angelangt. Nach ein paar Wochen des Stillstandes hab ich mich dazu entschlossen, ein Reparatur-Trittbrett zu kaufen, damit dieses dann eingeschweißt werden kann. Ein Bekannter hatte auch zugesagt, dies zu machen. In diesem Zuge brachte ich den Rahmen dann noch zum Sandstrahlen, damit es eine "gute" Basis ist, weiterzumachen. Tja, was soll ich sagen, es kam alles anders. Der Rahmen sah ziemlich schlecht aus. Zu den zwei Löchern sind noch ein paar andere dazugekommen. Die Laune und die Lust, die eigentlich wieder vorhanden war, war auf einmal wieder verschwunden und ich überlegte, nachdem ich dann auch von meinem Bekannten hingehalten wurde, was ich machen soll?! So lag der Rahmen über ein Jahr nur herum und wartete darauf, wieder belebt zu werden. Dieses Elend und mein Gejammer konnte ein weiterer Kumpel, Jürgen, wohl nicht mehr mit ansehen. Er beschloss, den Rahmen mit in seine Firma zu nehmen, um dort dann von einem Kollegen, der Fachschweißer ist, die Löcher verschweißen zu lassen. Nach ein paar Tagen habe ich den Rahmen dann wieder zurückbekommen und dachte erst einmal, dass das wohl nichts mehr wird und ich meine Sprint nimmer auf der Straße bewegen werde. Mir fehlte tatsächlich die sonst vorhandene Vorstellungskraft, sie wieder in einem fahrbaren Zustand zu sehen. Weiter ging es mit Schleifarbeiten in meiner Werkstatt. Jeden Abend bin ich für ein, zwei Stunden in die Werkstatt, um weiterzumachen.

VESPA SPRINT VELOCE

Nachdem soweit alles verschliffen war, habe ich den Rahmen zum Verzinnen gegeben. In der Zeit konnte ich mir ein paar Gedanken machen, welche Farbe ich nehmen soll. Auch wenn es keine Sprint Originalfarbe war, so hat mir das Orange doch sehr gefallen und ich habe mich dazu entschlossen, wenn es dan soweit ist, dass meine Sprint wieder die Farbe erhält. Nachdem ich nun meine verzinnte Sprint wieder hatte, ging es an an das Anpassen der Trittleisten und das Bohren der neu benötigten Löcher. Nachdem nun auch Covid soweit fortgeschritten war, dass man nicht mehr, wie gewohnt zusammen schrauben darf, war ich mehr oder weniger auf mich alleine gestellt. Die Tritgleisten waren recht fix angepasst, so dass der nächste Schritt kommen konnte, die Lackierung. Ein großer Schritt, wie ich finde.

VESPA SPRINT VELOCE

Auch hier habe ich einen guten Kumpel, Alex, der mir seine Hilfe angeboten hat. Er selber hat schon viele Vespas lackiert und macht das mehr oder weniger beruflich. Zwar als Schreiner, aber auch hier muss lackiert werden. Ich war dann echt baff, als ich die hochprofessionelle Lackierkabine gesehen habe, die uns sein Arbeitgeber zur Verfügung gestellt hat. Natürlich wurde im Vorfeld noch grundiert und gefüllert. Auf Spachtel habe ich, bis auf ganz wenige Stellen, bewusst verzichtet. Meiner Sprint sollte man ruhig ansehen dürfen, dass sie was erlebt hat. So habe ich manche Dellen und Unebenheiten so gelassen, wie sie eben sind. Nach ein paar Tagen habe ich dann den Rahmen wieder abgeholt und war richtig glücklich über die Wahl der Farbe. Das hat schon richtig gut ausgeschaut und meine Laune und auch die Motivation stiegen wieder. Zuhause habe ich alles erst einmal trocken gelagert, damit es gut austrocknen kann. finde.

VESPA SPRINT VELOCE

Nachdem die Zeit dann gekommen ist, wieder an ihr zu arbeitet, ging es eigentlich relativ flott weiter. Die Ersatzteile, die ich noch brauchte, habe ich in der Zwischenzeit soweit gekauft und ich konnte sauber weiterarbeiten. Wieder bin ich jeden Abend in meine Werkstatt gegangen und habe Stück für Stück zusammengebaut. Geholfen hat mir hierbei, nachdem bekannterweise ein Treffen mit Kumpels nicht ging, YouTube. Und zwar war das der Kanal von Nils Homann. Hier wird schön in 10 Teilen erklärt, wie eine Oldie Vespa zusammengebaut wird. Für mich war das eine tolle Hilfe, da ich hier noch nicht wirklich Erfahrung sammeln konnte, bis auf Kabelbaum einziehen bei meiner PX und ein paar anderen Kleinigkeiten. Es ging richtig flott vorwärts und ich konnte schnell tolle Ergebnisse sehen. Im Übrigen habe ich so viele alte Teile verwendet, die eben schon verbaut waren, wie ich konnte. Es sollte zum Gesamtbild einfach passen. Am 20.02.2021 war es dann soweit, ich konnte sie zum ersten Mal wieder starten. Die Freude war dementsprechend groß, als sie auch nach zweimal treten schon angesprungen ist.

VESPA SPRINT VELOCE

In der Zwischenzeit bin ich auch schon wieder ein paar hundert Kilometer gefahren und ich muss sagen, das ist ein richtig geiles Gefühl, wenn man seine Vespa selbst aufgebaut hat. Der Motor macht richtig Laune und ist genau so geworden, wie ich wollte, ein kraftvoller Tourer (Prüfstandslauf steht noch aus). Auf diesem Wege möchte ich mich bei meinen Kumpels bedanken, die mich immer bestärkt haben, an dem Projekt weiterzumachen und die mich auch unterstützt haben.


Hier noch ein paar Fakten:


Vespa Spring Veloce (deutsche Ausführung)
Baujahr 1974
Eingetragener PX alt 200 Motor
Dieser wurde nun mit einem Malossi 210, einer Mazzuchelli Langhubwelle und einem
Dellorto PHBH 30 modifiziert. Die Kupplung ist eine neue Cosa 2 Sport mit Ring und Honda
Belägen. Die Abgase gehen durch eine Polini Box raus.


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